Glaubensimpuls

Auf einer Briefmarke aus Brasilien im Jahr 1976 wird ein Bild von José Tarcísio, einem bedeutenden brasilianischen Künstler, gezeigt. Es hat den Titel „Objeto“ und ließ mich nachdenken: Auf einem Sockel liegt ein Haufen Steine, der mit einer Gießkanne gegossen wird. Das ist doch totale Wasserverschwendung, sinnlos. Aber: Zeigt es nicht uns Menschen (eine Gießkanne muss von Menschen bewegt werden), wie wir mitunter sinnlose Handlungen mit voller Überzeugung vollbringen – und das vielleicht noch als Christen in der Gemeinde?

In Matthäus 7,21 lesen wir: „Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel.“ Oft fragen wir gar nicht, ob das, was wir vorhaben, Gottes Wille ist. Ich tue es, weil es mir eben gefällt (obwohl es mich stark bindet), weil es schon lange so getan wird (obwohl es eigentlich keinen Sinn mehr macht), weil es so einfach ist (und mich in meiner Passivität stärkt).

Auch wenn das Thema „Gottes Willen tun“ ein großes Gebiet zu sein scheint, hier zwei Regeln:

1. Gottes Wille ist die Errettung des Menschen und anderen zu helfen.

2. Gottes Wille im Alltag finden wir in der Beziehung und Verbindung mit ihm und wenn wir für ihn offen sind (und uns nicht auf unsere Pläne versteifen).

Zu erkennen und zu leben, was Gott will, ist fantastisch und belebend. Lasst uns danach suchen und es tun – und nicht Steine gießen.

Briefmarke mit Gießkanne (mti ChatGPT freigestellt und hochskaliert)